Polizisten gehen über das Stuttgarter Frühlingsfest.

Polizisten gehen über das Stuttgarter Frühlingsfest.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Die Schmach eines jeden Katermorgens: Du wachst auf und als ob es nicht schon genug wäre, dass es dir so richtig elend geht, erinnerst du dich auch noch an den ein oder anderen peinlichen Moment vom Abend zuvor und schämst dich in Grund und Boden. Jetzt geht die Entschuldigungsrunde los: „Tut mir Leid, was ich getan habe, als ich betrunken war.“

Die Schmach für diesen Abiturienten, der den Tag zuvor auf dem Stuttgarter Frühlingsfest verbracht hatte, hat noch eine etwas andere Dimension: Die Polizei fand ihn stark alkoholisiert vor einem Festzelt liegend und brachte ihn in einem Streifenwagen auf die Wache, von wo er dann abgeholt werden musste. Peinlich genug, aber es wird noch unangenehmer: Während der Fahrt entleerte der junge Mann auch noch seinen Mageninhalt in das Polizeifahrzeug.

Da braucht es schon eine anständige Entschuldigung, dachte sich der Schüler. Und schrieb eine ausführliche Entschuldigungsmail an die Polizei:

Und zwar in vorbildlichster Briefform. Also erst einmal entschuldigen und Reue zeigen:

„Zuerst einmal möchte ich mich zutiefst bei Ihnen für das Entleeren meines Mageninhalts in ihr Polizeifahrzeug entschuldigen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie unangenehm das für Sie sein muss und hoffe, dass es keine all zu großen Umstände, abseits der Reinigung, bereitet.“

Dann lieber noch mal genauer erklären, wer sich hier so nett entschuldigt. Könnte ja durchaus sein, dass er an dem Abend nicht der Einzige war, der in einen Polizeiwagen gekotzt hat:

„Ich war der deutlich alkoholisierte Abiturient, der vor dem Festzelt lag und von Ihnen mit ihrem Dienstwagen auf die Wache gebracht worden ist, bevor er von (…) abgeholt wurde.“

Es folgt sein ausführlicher Dank:

„Zudem möchte ich mich bei Ihnen vielmals für die freundliche, fürsorgliche und hilfsbereite Art, in der sie mit mir umgegangen sind, bedanken.“

Und wenn man schon mal dabei ist, Danke zu sagen, dann doch gleich auch noch die Polizeiarbeit generell loben:

„Ohne Menschen wie sie wäre es für Feierlustige wie mich deutlich gefährlicher und damit allgemein deutlich ungenießbarer, derartige Festivitäten zu besuchen. Dass Sie dabei einen solch tollen, aber leider vermutlich sehr undankbaren, teilweise unschönen und gefährlichen Job leisten, ist mehr als bewundernswert und ich hoffe, dass ich ihnen durch diesen Brief, meinen größten Respekt für das, was sie leisten, aussprechen kann.“

Und zum Abschluss noch einen ehrlichen und netten Wunsch mit auf den Weg geben:

„Ich wünsche ihnen noch ein möglichst ruhiges und komplikationsfreies Fest, aber vor allem weniger Menschen wie mich.“

Sein Schreiben zeigte offenbar die gewünschte Wirkung. Die Stuttgarter Polizei war davon so überrascht, dass sie seine Mail mit dem Kommentar „Hut ab“ auf Facebook veröffentlichte.

val

Wie du so etwas gleich ganz vermeiden kannst: