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Britische Schüler stellen Film-Plakate mit schwarzen Schauspielern nach

Was, wenn Harry Potter und Bridget Jones schwarz wären?

Repräsentation ist wichtig, auch in Film und TV. Klingt für den durchschnittlichen, weißen Hetero-Europäer relativ fad, ist aber für Minderheiten keine Selbstverständlichkeit – im Gegenteil:

Wenn die einzigen Menschen mit deiner Hautfarbe im Fernsehen immer nur Drogendealer und Kriminelle darstellen, wird es verdammt schwer, sich positive Vorbilder zu suchen. Und ohne die ist es vor allem für Jugendliche schwer, sich außerhalb der eigenen Peer-Group zu orientieren.

Momentan sind 14 Prozent der Menschen in Großbritannien Angehörige einer Minderheit, bis 2050 sollen sie ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Doch dieses Verhältnis wird bei weitem nicht in den Medien abgebildet. Eine Studie des British Film Institute hat gezeigt, dass in einem Zeitraum von zehn Jahren (2006 bis 2016) nur 0,5 Prozent der Hauptrollen von schwarzen Schauspielern übernommen worden waren.  

Eine Gruppe aus vier Londoner Jugendlichen, die sich „Legally Black“ nennen,  hat sich genau dieses Problems angenommen: Mithilfe der Organisation „The Advocacy Academy“, bei der junge Menschen aus schwierigen Verhältnissen Unterstützung bei sozialen und politischen Projekten bekommen, haben die Schüler Plakate von berühmten Filmen und Serien nachgestellt. Einziger Unterschied: Die Protagonisten von „Titanic“, „Doctor Who“ und „James Bond“ sind dunkelhäutig – dargestellt von den vier Jugendlichen selbst, ihren Freunden und Verwandten. Auf jedem Plakat war der Satz zu lesen: „Wenn dich dieses Plakat überrascht, bedeutet das, dass du nicht genug schwarze Menschen in großen Rollen siehst.“

the amazing @thejemmar up in brixton now🌹✨

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stay tuned! new and exciting content pending...

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Eigentlich wollten die Teenager die Plakate in erster Linie für ihr eigenes Schlafzimmer basteln und es auf ihrem Instagram-Account teilen. Doch genau dort entdeckten Aktivisten der „Special Patrol Group“ die Poster und nahmen sie aus der virtuellen in die analoge Welt. Die Gruppe besteht aus Aktivisten, die vor allem Adbusting betreiben, also Werbeflächen zu Kunstflächen umwidmen, um so auf die Allgegenwärtigkeit von Werbung aufmerksam zu machen. Während  eines Schneesturms vergangene Woche hängten sie die Plakate an Bushaltestellen in Brixton und Südlondon auf. Dort sind sie zwar mittlerweile zum Großteil wieder entfernt und durch reguläre Werbeplakate ersetzt worden. Doch die jungen Aktivisten von „Legally Black“ haben mit dieser Aktion große Aufmerksamkeit für ihr Anliegen bekommen und planen jetzt, mit Film- und Fernsehstudios zusammenzuarbeiten. Um endlich Diversität ins Fernsehprogramm zu bringen. 

chwa

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