boe re quadr
Foto: Britta Pedersen / dpa

Eine Woche ist es her, dass Jan Böhmermann im Neo Magazin Royale zu „Reconquista Internet“ aufgerufen hat. Einer Aktion, die dem Hass rechter Trolle im Netz Liebe und Vernunft entgegensetzt – durch Likes, Herzen, einen respektvollen Umgangston im Netz. Eine Dokumentation von Funk, dem jungen Angebot von ARD und ZDF, hatte davor gezeigt, wie rechte Hetzer sich über das Netzwerk „Reconquista Germanica“ organisieren, um durch Kommentare, Posts und Online-Pöbeleien den öffentlichen Diskurs zu prägen.

Am Donnerstag ist Jan Böhmermann nun per Videoschalte bei der Republica aufgetreten und hat die Besucher dazu aufgerufen, bei „Reconquista Internet“ mitzumachen – wie die rund 50.000 anderen Menschen, die sich inzwischen an der Aktion beteiligen. „Wir haben aus Versehen eine Bürgerrechtsbewegung ins Leben gerufen“, sagte Böhmermann.

Die Zahl der User, die sich auf dem Discord-Channel von „Reconquista Internet“ angemeldet haben, ist nach Bekanntwerden der Aktion so schnell gestiegen, dass der Server der Aktion zwischenzeitlich zusammengebrochen war. Die Rede, die Jan Böhmermann am 1. Mai um 23.55 Uhr halten wollte, konnte er deswegen nicht planmäßig halten.

Böhmermann hat bei der Republica erklärt, dass die Solidaritätsaktionen für den inzwischen aus türkischer Haft entlassenen Journalisten Deniz Yücel gezeigt hätten, dass es gemeinsame demokratische Werte in Deutschland gibt, für die Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen bereit seien, einzutreten. Den Grund für seine Aktion fasst er so zusammen: „Wenn Leute im Netz Lärm machen, dann muss man Gegenlärm machen.“

Am Ende seiner Rede wurde der Moderator trotzdem ein klein wenig pathetisch und stupste die Republica-Besucher an, nicht nur zu diskutieren, sondern auch zu handeln: „Macht mit, habt keine Angst, öffnet euch. Die Idee durchdenken und der Debatte auch Aktionen folgen lassen!“

jwh

Mehr über Jan Böhmermann: