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Mein Netzmoment 2017: Sophia, das enthusiastischste Chor-Mädchen ever

Sie erinnert uns daran, dass wir Emotionen viel zu selten ausleben.
Von Tami Holderried
  • netzmoment maedchen sde
    Illustration: Katharina Bitzl

Mein Netzmoment 2017 ist ein sehr, sehr glücklicher, der nicht nur ziemlich große Freude zeigt, sondern auch beim Zusehen glücklich macht. Aber eigentlich ist er ein ganz kleiner Moment.

Er kommt von Sophia. Sophia ist vier Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in den USA. Auf der Abschlussfeier ihres Kindergartens singt sie mit anderen Kindern im Chor „How far I´ll go“, den Soundtrack zum Disney-Film „Vaiana“. Sophias Mutter filmt die Aufführung und postet das Video auf ihrer persönlichen Facebook-Seite. Innerhalb von Stunden wird es tausendfach geteilt. Mittlerweile hat der kurze Clip auf YouTube über zwei Millionen Views.

Und das völlig zu Recht, wie ich finde. Denn, ich verspreche es euch, ihr habt noch nie jemanden gesehen, der einen Song so sehr lebt wie Sophia. Sie stampft, sie schreit, sie ballt die Hände zu Fäusten – sie fühlt den Song durch und durch. Während die anderen Kinder brav gerade stehen und mit ernsthaften, pflichtbewussten Gesichtern mitsingen, rastet sie völlig aus. Sie hat keine Scheu, ihre Emotionen unter Einsatz ihres ganzen winzigen Körpers auszudrücken.

Und das passt auch gut zum Lied: Denn im Film „Vaiana“ geht es um ein kleines Mädchen, das sich alleine aufs offene Meer aufmacht, um ihre Heimatinsel zu retten – und das auch schafft. Ein mutiges, selbstbewusstes, starkes Mädchen. Und es sieht so aus, als wüsste Sophia besser als viele andere, dass es gut ist, nicht immer angepasst und ruhig zu sein.

Zu sehen, wie sich Sophia vom Lied und ihren Gefühlen mitreißen lässt, macht mich sehr glücklich – aber auch ein bisschen wehmütig. Weil ich mich erinnere, wie gut sich das als Kind angefühlt hat, einfach mal alles rauszulassen. Und weil ich merke, wie selten man so etwas als Erwachsener fühlt. Wann habe ich das letzte Mal überschwappende Emotionen so richtig gelebt? Sophia hat mich daran erinnert, dass es dafür definitiv mal wieder Zeit wird.

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