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Simone Giertz hat einen Gehirntumor

Die Königin der „Shitty Robots“ erzählt davon auf Youtube.

Ihr aktuelles Video beginnt Simone Giertz mit den Worten: „Achtung, jetzt wird’s gleich hässlich. Nicht, weil ich euch Bilder von grässlich aussehenden Tumoren zeigen werde, sondern weil ich dazu neige, beim Weinen sehr hässlich auszusehen. Und ich werde weinen.“ Und dann stellt sie nicht, wie sonst, einen bizarren Roboter vor, den sie selbst gebaut hat, sondern erzählt von der Diagnose, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hat.

Bislang war Simone Giertz vor allem für ihre selbst gebauten (und selbst so benannten) „Shitty Robots“ bekannt, die sie mit großer Begeisterung auf ihrem Youtube-Channel vorstellt. Den betreibt sie seit vier Jahren und erfindet einen Roboter nach dem anderen, der alltägliche Aufgaben für sie übernehmen soll – und fast immer grandios daran scheitert.

Die Gemüse-Hack-Maschine ist so gefährlich, dass man sich ihr nur mit langen Stäben nähern kann. Der Lippenstift-Applikator  lässt Simone aussehen, als sei sie in einen Kübel roter Farbe gefallen. Der Bier-Einschenk-Roboter  zertrümmert das Bierglas und verschüttet das Bier. Und der Watschen-Wecker reißt ihr ein Büschel Haare aus. All ihre Erfindungen präsentiert sie so sympathisch, humorvoll und mit einer solchen Begeisterungsfähigkeit, dass sie weit über die Youtube-Grenzen hinaus bekannt geworden ist. Sie hat ihre Erfindungen in Talkshows von Stephen Colbert und Ellen DeGeneres vorgestellt und wurde von großen Unternehmen wie Google unterstützt.

Die Schwedin hat nach einem Jahr an der Uni ihr Physik-Studium abgebrochen und ihre Begeisterung für open source Hardware-Hacking entdeckt. In einem Interview erzählte sie, dass sie unendlich viele Ideen für solche Roboter hatte und immer nach Menschen suchte, die sie für sie bauten. Bis sie irgendwann beschloss, es selbst zu tun. Ihr erster Roboter war ein Helm mit integrierter Zahnputz-Maschine. Mit dieser Erfindung produzierte sie ein Video für eine Kinder-Show im schwedischen Fernsehen. Die Sendung kam nie zustande, also lud sie das Video auf Youtube hoch – und das war der Start ihrer Youtuber-Karriere, mit mittlerweile einer Million Abonnenten.

Doch damit ist jetzt fürs Erste Schluss. Seit über einem Jahr, erzählt Giertz in dem Video, hatte sie ein geschwollenes Augenlid, was sogar einigen Zuschauern aufgefallen sei. Sie habe das immer für eine allergische Reaktion gehalten. Bis vor ein paar Wochen starke Schmerzen dazu gekommen seien. Nach einer ärztlichen Untersuchung hat sie vor einer Woche die Diagnose erhalten: Ein Gehirntumor in der Größe eines Golfballs sitzt hinter ihrem rechten Auge. Und das, obwohl sie Golf überhaupt nicht möge, sagt sie – ihr Gehirn dagegen umso mehr.

Die gute Nachricht: Der Tumor ist nicht bösartig und sie wird wohl nicht daran sterben. Allerdings weiß niemand, welche Auswirkungen der operative Eingriff haben wird. Es könnte sein, dass sie auf dem Auge erblindet, sie könnte Nervenschäden davontragen oder ihre linke Gesichtshälfte könnte gelähmt bleiben. Erst, wenn sie nach der OP aus der Narkose aufwache, wisse man, welchen Schaden sie davongetragen habe.

Aber noch eine gute Nachricht, so Giertz: Sie habe schon diverse Augenklappen entwickelt, mit denen sie ziemlich verwegen aussehe. Dann verabschiedet sie sich von ihren Abonnenten, bedankt sich bei ihnen für die Unterstützung, die Liebe und die Geschenke und verspricht, dass alles gut wird. Und wenn das nicht der Fall sei, dann werde sie schon einen Weg finden, alles wieder gut werden zu lassen.  

 chwa

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