heute ist der tag gekommen, mich für den rest meines lebens von einem damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen jahren hiv-positiv. das ist für die öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein ex-freund droht mir, mit dieser privaten information an die öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in zukunft niemandem das recht, mir angst zu machen und mein leben derart zu beeinflussen. seit ich die diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer behandlung, und seit vielen jahren unterbrechungsfrei unter der nachweisgrenze, damit also nicht in der lage, den virus weiter zu geben. ich wollte aus mehreren gründen bisher nicht damit an die öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: der wichtigste war mir meine familie, die seit dem ersten tag bescheid weiss und mich bedingungslos unterstützt hat. ihnen hätte ich die aufmerksamkeit für den hiv-status ihres sohnes, enkels und bruders gerne erspart. genauso wissen meine freunde seit geraumer zeit bescheid und gehen in einer unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem betroffenen wünschen würde. zweitens ist es eine information, die meiner meinung nach hauptsächlich für diejenigen menschen von relevanz ist, mit denen sexueller kontakt infrage kommt. coming out ist besser als von dritten geoutet zu werden. ich hoffe, mut zu machen und einen weiteren schritt zu setzen gegen die stigmatisierung von menschen, die sich durch ihr eigenes verhalten oder aber unverschuldet mit hiv infiziert haben. an meine fans: die information über meinen hiv-status mag neu für euch sein – mein status ist es nicht! es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. danke für eure unterstützung!

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Am Sonntagabend hat Tom Neuwirth, besser bekannt als Conchita Wurst, auf Instagram gepostet, dass er seit Jahren HIV-positiv ist. Ein Ex-Freund hatte ihm zuvor gedroht, diese Information zu veröffentlichen. Neuwirth wollte dem aber vorgreifen und entschied sich, sich selbst zu outen, bevor es ein Erpresser tun könnte. Er sagt, dass er niemandem das Recht geben werde, ihm Angst zu machen und sein Leben derart zu beeinflussen. 

„Seit ich die Diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer Behandlung und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben“, schreibt er in dem Instagram-Post.

Was viele Menschen nicht wissen: Im Fall einer HIV-Infektion lässt sich die Viruslast inzwischen mit Medikamenten so stark senken, dass das Virus im Blut nicht mehr nachweisbar ist. Ist das Virus unter der Nachweisgrenze, können HIV-Positive andere Menschen nicht mehr infizieren. Auf der Webseite der Deutschen AIDS-Hilfe ist zu lesen: „Menschen mit HIV können heute Dank der Behandlung mit HIV-Medikamenten sehr lange mit dem Virus leben. Man geht von einer fast normalen Lebenserwartung aus.“ Zwar gebe es in manchen Fällen Nebenwirkungen durch die Medikamente, die meisten Behandelten würden davon aber kaum oder gar nichts merken.

Für Conchita Wurst ist die Entstigmatisierung der Krankheit ein wichtiges Thema. Familie und Freunde hätten von Anfang an Bescheid gewusst, schreibt er. Zwar sei die Information eigentlich nur für den Menschen relevant, mit dem sexueller Kontakt bestehe, durch die Veröffentlichung habe er aber selbst ein Damoklesschwert von sich genommen. Er sagt, dass er nur jedem Menschen wünschen kann, dass Freunde und Familie mit der Krankheit so unbefangen umgehen wie bei ihm.

Die User äußern sich unter dem Post durchweg positiv und unterstützend. Sie beglückwünschen Conchita Wurst nicht nur für diesen mutigen Schritt, sondern vor allem auch dafür, dass er nicht mehr mit besagtem Ex-Freund zusammen ist.

evvr

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