„Hannah war nicht die Einzige“ – so beginnt der Trailer für die zweite Staffel der Serie „Tote Mädchen Lügen Nicht“, im Original „13 Reasons Why“. Die erste Staffel begann mit dem Suizid von Hannah Baker – und sieben Kassetten, auf denen sie ihre 13 Beweggründe dafür aufgezählt hatte. Ihr Freund Clay machte sich auf, den oder die Verantwortlichen für Hannahs Tod zu finden.

Die zweite Staffel beschäftigt sich nun mit den Auswirkungen von Hannahs Tod auf ihre Mitschüler an der „Liberty High School“. Damit, wie die Betroffenen damit umgehen und was sie auf dem schwierigen Weg zurück zu einer Art Normalität erleben. Der Schulalltag wird währenddessen von einem bevorstehenden Gerichtsverfahren überschattet, denn Hannahs Eltern machen die Schule für den Tod ihrer Tochter verantwortlich. Doch irgendjemand versucht weiterhin mit allen Mitteln, die Umstände von Hannahs Tod zu verschleiern.

Statt der Kassetten, die in der ersten Staffel eine zentrale Rolle gespielt haben, sind es nun eine Reihe von Polaroid-Bildern, die Clay und seine Klassenkameraden auf die Spur eines schrecklichen Geheimnisses führen – und einer großangelegten Verschwörung, die dieses Geheimnis für immer begraben will. 

Wie schon in der letzten Staffel beschäftigt sich „Tote Mädchen lügen nicht“ auch in dieser Staffel mit vielen aktuellen Themen: Die „Me Too“-Debatte findet ebenso ihren Wiederhall wie Massenschießereien an Schulen, Isolation, Mobbing, Suizid, Sucht, Missbrauch, sexuelle Gewalt und die systematische und institutionalisierte Vertuschung von Gewalt.

Obwohl einige Organisationen sich bemüht hatten, eine weitere Staffel der Serie zu verhindern, hatte es im Grunde genommen nie Zweifel an einer Fortsetzung gegeben. „Tote Mädchen lügen nicht“ war unglaublich erfolgreich – vermutlich gerade deshalb, weil sie sich so kontroverser Themen angenommen hat. 

Doch die Macher der Serie haben durchaus aus der Kontroverse gelernt und schalten nun ein Video vor jeder Folge, in dem die Darsteller dem Zuschauer eine Warnung mit auf den Weg geben. Sie erklären, dass sie mithilfe der Serie versuchen wollen, die Tabuisierung von Drogenmissbrauch, Suizid oder sexueller Gewalt zu beenden. Allerdings sollten Menschen, die von diesen Themen selbst betroffen sind, die Serie lieber nicht oder nur zusammen mit einer erwachsenen Vertrauensperson anschauen. Zudem fordern sie die Betroffenen auf, mit jemandem über ihre Probleme zu sprechen oder sich anderweitig Hilfe zu holen. Denn in dem Moment, in dem man darüber spricht, wird es leichter.

chwa

Anmerkung der Redaktion: Wenn Du Dich selbst betroffen fühlst, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge oder U25. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 gibt es Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

 

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