„Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat“ ist eines der bekanntesten Kinderbücher in den USA. Hierzulande kennt man die Geschichte vor allem wegen der Verfilmung mit Jim Carrey. Und hier wie dort gilt: Der Grinch ist ein Fantasiewesen, nur Fiktion.

Vor Kurzem hat der fünfjährige TyLon Pittman aus dem US-Bundesstaat Mississippi eine Filmversion der Geschichte geschaut, während seine Mutter und sein großer Bruder einkaufen waren. Und TyLon hat die Sache sehr ernst genommen, schließlich schien ihm sein Weihnachtsfest in Gefahr. Also hat er zum Telefon gegriffen und bei der Polizei in der Kleinstadt Byram angerufen.

„Ich will Ihnen nur etwas mitteilen“, sagt der Junge am Telefon, „suchen Sie nach diesem Grinch, denn er will Weihnachten stehlen, okay?“ Die Polizistin am anderen Ende der Leitung wirkt zunächst etwas irritiert – bis TyLon ihr sagt, dass er fünf ist. Als sein Vater in den Raum kommt, ihm den Hörer abnimmt und sich bei der Beamtin entschuldigt, ist sie hörbar gerührt und wünscht den Beiden frohe Weihnachten.

Der Polizei hat TyLons Entschlossenheit offenkundig gefallen: Ein paar Stunden später hält ein Streifenwagen vor dem Haus der Pittmans, eine Polizistin bittet den Jungen um weitere Informationen zum Grinch. Wäre bis hierhin schon eine nette Weihnachtsgeschichte – geht aber noch weiter.

Vergangene Woche hat die Polizei in Byram den Jungen und seine Familie auf ihre Wache eingeladen – und einen Kollegen gebeten, sich als Grinch zu verkleiden. TyLon durfte ihm schließlich Handschellen anlegen und ihn in eine Verwahrungszelle sperren. Kurz darauf hatte er aber Mitleid mit dem Weihnachtsschreck und ließ ihn wieder frei.

In US-Medien und im Netz erntet TyLon für seinen Einsatz sehr herzige Reaktionen. Und um einen Job braucht er sich vorerst auch keine Sorgen mehr zu machen: Ein Sprecher der Polizeidienststelle sagte dem Fünfjährigen, dass er sich wieder melden soll, wenn er 21 ist – dann könne er sich bei ihnen zum Polizist ausbilden lassen.

jwh 

Mehr Weihnachtstexte: