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Drei Dinge, die wir von „Lady Bird“ lernen können

Der Film von Greta Gerwig ist mehr als eine klassische Coming-of-Age-Geschichte.
Von Katja Neitemeier
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    Foto: Merie Wallace/A24 / AP

Mütter sind kompliziert – mindestens genauso sehr wie ihre pubertierenden Töchter. So kann man Greta Gerwigs Regiedebüt „Lady Bird“ in einem Satz zusammenfassen. Unaufgeregt  erzählt sie aus dem Leben von Christine, die sich selbst Lady Bird nennt, und deren Mutter. 

Lady Bird ist in der Abschlussklasse einer katholischen High School in Sacramento und will aufs College – am liebsten nach New York. Ihre Mutter will, dass sie auf ein College in der Nähe geht. Genug Potenzial für Konflikte und hitzige Diskussionen also.

Was klingt wie, ein typischer Coming-of-Age Film, ist viel mehr. Lady Birds Leben dreht sich nicht nur um den Abschlussball und das erste Mal, sondern vor allem um ihre Mutter. Und von der Beziehung der beiden können wir einiges lernen.  

1. Mit niemandem kann man sich so schön streiten wie mit seiner Mutter 

Der Film läuft noch keine fünf Minuten und schon sind Lady Bird und ihre Mutter in einen handfesten Streit verwickelt. In kurzen Abständen fetzen sie sich über alles Mögliche: von Kleidung über Benehmen landen sie am Ende bei der Frage, wie Lady Birds Zukunft aussehen könnte. Selten hat man zwei Menschen so schön streiten sehen. Und die Beiden geraten ständig aneinander. Oft schaukeln sich kleine Meinungsverschiedenheiten zu regelrechten Grabenkämpfen hoch. Sie wissen ganz genau, wie sie die andere auf die Palme bringen können.

Um sich so unverblümt Dinge an den Kopf werfen zu können, braucht es eine Menge Intimität und Nähe. Und auch die Gewissheit, dass man sich wieder vertragen wird. Deswegen kann man sich kaum mit jemandem so gut streiten wie mit seiner Mutter. Vielleicht auch deshalb, weil es eigentlich niemanden sonst gibt, der uns so bedingungslos liebt. 

2. Deine Mutter ist streng – weil sie dich liebt

Sei um 22 Uhr zuhause! Mach deine Hausaufgaben! Oft erscheinen Verbote und Vorschriften von Eltern oder gerade Müttern wahllos. Dabei sind sie es nicht. Und Lady Bird hat das erkannt. In einer Szene erzählt Dan, ein Freund von Lady Bird, dass er Angst vor ihrer Mutter habe. Lady Birds Antwort:  „Sie ist so streng, weil sie mich liebt.“ Dieser Satz gilt wahrscheinlich öfter, als wir es wahrhaben wollen. 

3. Deine Mutter ist auch nur ein Mensch

Die wahrscheinlich wichtigste „Lektion“, die wir von Lady Bird und ihrer Mutter lernen können, ist, dass Mütter auch nur Menschen sind. Klar, sie haben uns auf die Welt gebracht und groß gezogen.  Sie haben viel Zeit damit verbracht uns zu füttern, uns zu waschen und uns sprechen oder laufen beizubringen. Sich selbst und ihre Bedürfnisse haben sie lange zurückgestellt. Und plötzlich fangen wir in der Pubertät an, sie zu hinterfragen, sie zu kritisieren und sie anzumeckern. Plötzlich stellen wir fest, dass unsere Mütter nicht so perfekt sind, wie wir immer gedacht haben. Auf einmal ist unsere Mutter ein Mensch, der Fehler hat, die wir ihr verzeihen können und sollten. 

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