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Grafik: jetzt; Foto: privat

Der Studentenjob

Auf meinen Job im Kino bin ich gekommen, weil ich während meines Studiums eine Arbeit gesucht habe, die flexible Arbeitszeiten bietet, weil sich mein Stundenplan von Semester zu Semester ändert. Ich habe meinen Abschluss in Sprachwissenschaft gemacht. Jetzt studiere ich an einer Fachhochschule IT-Management.

Im Kino bin ich 12,5 Stunden angestellt. Das passt sehr gut zu meinem Studium, weil bei uns jeder Mitarbeiter entweder am Freitag, Samstag oder Sonntag eine fixe Schicht hat und man sich die restlichen Stunden relativ flexibel einteilen kann. Meine feste Schicht ist immer am Samstag von 12 bis 21 Uhr. Vorkenntnisse braucht man für den Job keine. Ich habe davor nie im Service-Bereich gearbeitet. In den ersten Schichten geht man mit den anderen Mitarbeitern mit und lernt die Abläufe. Nach einiger Zeit wird man dann auch an der Kasse geschult.

Die Tätigkeiten

Samstags bin ich immer an der Kasse. Wir haben eine Kombi-Kasse, wo wir sowohl die Tickets als auch die Snacks verkaufen. Währenddessen müssen wir immer wieder Nachschub an Nachos, Popcorn, Bechern und eben allem holen, was man braucht. Die meisten Spielzeiten unter der Woche sind am frühen Nachmittag, dann um circa 17 Uhr und dann am Abend um circa 20 oder 21 Uhr. Dazwischen, wenn die Kunden in den Sälen sind, haben wir Zeit, uns für den nächsten Andrang vorzubereiten und das Foyer zu reinigen.

In der Platz-Schicht macht man den Einlass mit der Ticket-Kontrolle und die Saalreinigung nach dem Film. Während der läuft, hat man am Platz nicht wirklich etwas zu tun und hilft den Mitarbeitern an der Kasse beim Reinigen und Vorbereiten der Snacks. Im Notfall kann es auch sein, dass man kurzfristig eine Kasse übernehmen muss.

Ab und zu bin ich auch Supervisorin. Dafür gibt es einen eigenen Dienstplan. Ich bin dann dafür verantwortlich, dass das Tagesgeschäft läuft: Wenn ein Kunde zum Beispiel falsche Tickets gebucht hat, kümmere ich mich darum, dass wir das stornieren und die richtigen Karten ausdrucken. Ich muss auch darauf achten, dass das Lager immer gut bestückt ist. Außerdem teile ich die Pausen der Mitarbeiter ein und muss generell den Überblick behalten, was wo gemacht werden soll.

Der typische Arbeitstag

Ich bin meistens eine halbe Stunde früher da, um mich vorzubereiten. Dann schaue auf dem Dienstplan nach, wer mit mir arbeitet, und ziehe meine Arbeitskleidung an. Anschließend hole ich meine Kasse von unserem Manager. Darin sind 315 Euro Wechselgeld. Ich zähle ab, ob das auch stimmt, und richte mich damit an meinem Schalter ein. Danach bauen wir den Gastro-Bereich auf, der ist davor immer leer. Also holen wir Becher, Nachos, Popcorn, Süßigkeiten. Um 12.30 Uhr öffnet das Kino und dann kommen auch schon die ersten Kunden. Ich verkaufe ihnen die Tickets und die jeweiligen Snacks oder berate sie auch schon mal, welcher Film für sie passen könnte.

Die Motivation

Am meisten mag ich an meinem Job definitiv meine Kollegen und das Arbeitsumfeld. Ich bin sehr harmoniebedürftig und würde lieber ein Leben lang eine Arbeit machen, die nicht alle meine beruflichen Erwartungen erfüllt, wenn ich dafür ein super Team um mich habe. Bei uns arbeiten so viele junge Leute, so viele Studenten. Die haben immer Verständnis dafür, wenn ich mal eine Schicht tauschen muss wegen einer Prüfung oder Ähnlichem.

Die Kunden

Mit den Kunden erlebt man sehr viel. Das ist schon gewöhnungsbedürftig, wenn man davor keine Erfahrung im Service-Bereich hatte. Ich mag das aber total. Ich rede gern mit den Kunden, mache gerne Späße, wenn sie dafür empfänglich sind. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen ich professionell bleiben und lächeln muss, obwohl mir überhaupt nicht danach ist. Denn es gibt auch genug Menschen, die einen aus den lächerlichsten Gründen anschreien. Zum Beispiel die, die extreme Sonderwüsche haben, die am Samstagabend beim neuesten Film in einem vollen Kino zu siebt in der letzten Reihe sitzen wollen. Denen muss man dann sagen: „Es tut mir leid, aber da hätten Sie reservieren müssen.“ Es passiert öfter, dass jemand meine Service-Position nicht als kompetent genug ansieht und ich meinen Vorgesetzten holen muss.

Die Filme

Man erwischt zwar ab und zu Mitarbeiter, die sich während ihrer Schicht in einen Film reinschleichen, gerade im Sommerloch, wenn nicht viel los ist. Aber generell ist das nicht erwünscht. Macht ja auch keinen guten Eindruck, wenn die Kunden das mitbekommen. Jeden Donnerstag gibt es eine Personalvorstellung. Um 23 Uhr können wir uns dann die neuesten Filme ansehen. Als Mitarbeiter bekommen wir auch Freikarten für die regulären Filme.

Besonders viel ist natürlich bei großen Premieren los. Bei Star Wars und den Marvel-Filmen gibt es meistens eine Mitternachtspremiere. Viele Fans kommen verkleidet. Daran können wir uns auch ein bisschen anpassen. Eine Kollegin, die total raffinierte Frisuren macht, hat uns bei der letzten Star-Wars-Premiere zum Beispiel Prinzessin-Leia-Frisuren gemacht. Ein anderer Kollege hatte beim Einlass einen Darth-Vader-Helm auf. Die Kunden waren begeistert.

Die Knabbereien

Wir haben hinter den Kassen einen Kühlbereich und ein kleines Lager. Dort wiegen wir die Nachos für die verschiedenen Größen der Nacho-Boxen ab und füllen sie ein. Dann bringen wir sie nach vorne zur Kasse und müssen bei einer Bestellung nur noch die gewünschte Soße dazugeben. Im Geschoss über dem Kino sind die Personalräume, die Garderoben und weitere Lager. Dort ist auch die Popcorn-Küche, in der ein riesiger Pop-Ofen steht. Das fertige Popcorn wird in Säcke abgefüllt und kommt ins Popcorn-Lager. Popcorn und Nachos sind ziemlich gleich beliebt bei den Kunden. Ich dachte früher, Mädels essen eher Popcorn, Jungs eher Nachos. Aber das stimmt überhaupt nicht. Viele Mädels essen große Nachos mit extra viel Käse. Wir dürfen während unserer Schicht vor den Kunden natürlich auf keinen Fall etwas davon essen. Wenn ich nach der Arbeit noch Lust auf Popcorn habe, kann ich sie zum Personalpreis mit nach Hause nehmen.

Das Privatleben

Wegen der Arbeitszeiten, die unter der Woche bis zehn Uhr abends dauern, am Wochenende oft bis Mitternacht, ist der Job als Vollzeitstelle wahrscheinlich schwierig mit dem Privatleben zu vereinbaren. Aber in Teilzeit neben dem Studium beeinträchtigt er mein Privatleben nicht besonders. Ich habe Glück mit meiner fixen Schicht am Samstag von Mittag bis 21 Uhr, weil ich danach immer noch feiern gehen kann.

Das Geld

Ohne Feiertagszuschläge verdiene ich brutto ungefähr 440 Euro im Monat für 12,5 Stunden.

Die Frage, die auf Partys immer gestellt wird

Die klassische Frage ist: Welche Filme gibt es zurzeit? Ich muss dann meistens selbst erst mal nachsehen. Es kommen ständig so viele neue Filme. Das kann man sich nicht alles im Detail merken.

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