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25 junge Menschen verklagen den kolumbianischen Staat

Und erreichen, dass der Regenwald nicht weiter abgeholzt werden darf.
Diese jungen Menschen haben den kolumbianischen Staat verklagt. Und gewonnen.

Diese jungen Menschen haben den kolumbianischen Staat verklagt. Und gewonnen.

Screenshot: Dejusticia

Die meisten von uns haben das schon mal gehört: Der Regenwald im Amazonasgebiet wird jeden Tag kleiner, es wird viel zu viel abgeholzt. Dass das nicht gut für uns und unseren Planeten sein kann, wissen wir. Oft denkt man sich dann aber: „Was kann man da schon machen? Wir sind ja viel zu weit weg, haben darauf keinen Einfluss und überhaupt macht da doch sicher sowieso jeder, was er will.“

Alles Quatsch – zeigen uns jetzt 25 kolumbianische Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 26. Sie haben ihren Staat verklagt, weil der nichts gegen die immer weiter fortschreitende Abholzung des Regenwaldes tut. Durch die Abholzung gelangt Kohlendioxid in die Atmosphäre, was täglich den Treibhauseffekt verstärkt. Die jungen Kläger sagen: Durch den Treibhauseffekt wird unser Recht auf Leben und Gesundheit bedroht. Und der Oberste Gerichtshof in Kolumbien hat ihnen nun Recht gegeben. Ein großer Sieg auf nationaler und internationaler Ebene.

In Kolumbien gibt es das Prinzip der sogenannten „tutela“. Das ist ein Rechtsmittel, über das die Bürger die Möglichkeit haben, ihr Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit vor Gericht einzuklagen. Beides wäre durch die weitere Rodung in Zukunft nicht gesichert. Die klagenden Jugendlichen kommen aus den Gemeinden und Städten rund um das Amazonasgebiet, die am meisten unter den Risiken des Klimawandels leiden.

Das Amazonasgebiet wird täglich bedroht. Im Jahr 2016 wurden 2000 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Darunter kann man sich wenig vorstellen, deshalb in verständlich: Das sind 280.112 Fußballfelder im Jahr, somit 767 Fußballfelder am Tag. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl jedes Jahr steigt.

Jetzt soll mit der Abholzung also bald Schluss sein. Der Oberste Gerichtshof hat den Staat zu schärferen Sanktionen gegen Umweltzerstörer verpflichtet und der kolumbianischen Regierung vier Monate Zeit gegeben, einen Plan vorzulegen. Außerdem wurde noch ein Ansatz hinzugefügt, der in der Klage gefordert worden war: Die jungen Menschen dürfen mithelfen, die Maßnahmen zu entwickeln. Das Ziel soll sein, dass bis Ende 2020 gar kein Regenwald mehr abgerodet wird.

evvr

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