Partner von

Das ist... James Shaw Jr., der den Waffle-House-Amokläufer gestoppt hat

Mit bloßen Händen.
Von Quentin Lichtblau
  • james shaw dpa
    Foto: Larry Mccormack/dpa

Das ist...

... James Shaw Jr., 29, der am vergangenen Sonntagmorgen seinen Nachthunger in einem Waffelrestaurant in Antioch, einer Kleinstadt in der Nähe von Nashville, stillen wollte. Kurz nachdem er das Restaurant betreten hatte, eröffnete auf dessen Parkplatz ein Mann namens Travis Reinking das Feuer – und erschoss in den folgenden Minuten vier Menschen. James Shaw Jr. flüchtete sich in Richtung der Toiletten, auf dem Weg dorthin streifte ihn eine Kugel des Attentäters. Als dieser nachladen musste, sah Shaw Jr. seine Chance: Er ergriff das Gewehr, riss es Reinking aus der Hand, warf es hinter die Ladentheke und stieß den Angreifer schließlich aus der Tür des Restaurants. „Er hat dadurch viele Leben gerettet, keine Frage. Er ist ein Held“, sagte ein Sprecher der Polizei Nashville. Der Attentäter wurde kurze Zeit später festgenommen.

Der kann...

... sich bisher nicht so richtig mit seiner Heldenrolle anfreunden: „Ich habe das wirklich nur getan, um mich selbst zu retten. Ich habe damit zwar auch andere Menschen geschützt, aber ich will nicht, dass man mich deswegen für eine Art Terminator, Superman oder so etwas hält“, sagte er sichtlich angeschlagen bei einer Pressekonferenz. „Ich dachte mir: Wenn ich hier sterben soll, dann muss er (der Attentäter, Anm. d. Red.) sich wenigstens anstrengen.“ 

Der kommt... 

... ursprünglich aus Nashville, arbeitet dort beim Telekommunikationskonzern AT&T und ist Vater einer kleinen Tochter. Außerdem ist er nun Schirmherr seiner eigenen Spendenkampagne: Auf gofundme.com sammelt er Geld für die Familien der Opfer, am Dienstagnachmittag hatte er bereits über 90. 000 Dollar gesammelt.

Der geht... 

... trotz seiner waghalsigen Aktion bisher zu keinerlei Kampfsporttraining. Seine einzige Kampfausbildung sei, dass er jeden Abend seine Tochter ins Bett ringen müsse, sagte Shaw Jr. bei der Pressekonferenz. Am heutigen Dienstag soll er außerdem vom General Assembly des Staates Tennessee geehrt werden, vergleichbar in etwa mit einem deutschen Landtag. „Egal, was seine Motivationen waren – Mr. Shaw ist in jedem Fall ein Held. Sein Handeln an diesem schicksalshaften Morgen ist für die meisten kaum zu fassen, sogar für den Polizeichef unbeschreiblich, und sehr ergreifend für die Bürger von Nashville. Sie sind sehr dankbar für sein mutiges Handeln im Angesicht großer Gefahr, das viele Menschenleben gerettet hat“, hieß es in einer vom Assembly verabschiedeten Resolution.

Wir lernen daraus, dass...

... es eben nicht immer einen „good guy with a gun“ braucht, um einen „bad guy with a gun“ zu stoppen, wie gerne von Waffenlobbyisten behauptet wird.

Mehr zur Waffengewalt in den USA: