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Mein Netzmoment 2017: Lord Buckethead

Der intergalaktische Spacelord, der bei der britischen Wahl antrat, gewährte uns ein Jahresrückblick-Interview.
Interview von Patrick Wehner
Lord Buckethead  ist der Herrscher des Universums.

Lord Buckethead ist der Herrscher des Universums.

Foto: Lord Buckethead
Die englische Regierungschefin Theresa May und Lord Buckethead.

Die englische Regierungschefin Theresa May und Lord Buckethead.

Foto: Lord Buckethead

Lord Buckethead war mit weitem weitem Abstand das Witzigste, was uns das Internet dieses Jahr geschenkt hat. Er fiel uns das erste Mal auf, als er bei der Wahl in England antrat und auf Fotos neben der Premierministerin Theresa May stand. Ein intergalaktischer Spacelord bei der Wahl – britischer Humor ist dann halt manchmal doch noch ein bisschen besser als unserer, wo ein Sonneborn und ein Semsrott die satirischen Höhepunkte der Politik sind. 

Buckethead hatte durchaus politische Pläne. Er forderte die Abschaffung aller Adelstitel. Außer seines eigenen, natürlich. Desweiteren  wollte er die Jagd auf Fuchsjäger legalisieren und verbieten, dass Großbritannien Waffen an Saudi-Arabien verkauft. Stattdessen solle das Vereinigte Königreich anfangen, Laserwaffen von ihm, Lord Buckethead, zu kaufen.

Als er ein paar Wochen später bei John Olivers „Last Week Tonight“ auftrat, wurde er der ganzen Welt bekannt. Umso größer war uns die Ehre, als er auf unsere Mails antwortete und bereit war, uns in einem Interview seinen ganz persönlichen Jahresrückblick zu geben. Bittesehr, Welt, hier kommt Lord Buckethead:

jetzt: Lord Buckethead, wie geht es Ihnen?

Lord Buckethead: Mir geht es sehr gut, danke für Ihre Nachfrage. Ich habe mich in den vergangenen Tagen komplett der besinnlichen Zeit hingegeben, in der ja viele Milliarden von Ihnen die Ankunft eines anderen Herren feiern. Ich hoffe doch sehr, alle Ihre Leser sind ebenso guter Laune wie ich.

Danke für Ihre Glückwünsche, Lord Buckethead. Sie sind uns dieses Jahr das erste Mal aufgefallen, als Sie mit der englischen Premierministerin Theresa May auf der Bühne standen und einen Dab machten. Gab es in dieser Geste eine geheime Botschaft, die Sie an die Welt richteten?

Nicht wirklich, nein.

Der Comedian John Oliver schlug wenig später in seiner Show „Last Week Tonight“ vor, dass Sie die Brexit-Verhandlungen übernehmen sollten. Wann folgen Sie seinem Vorschlag? Und was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Dies bleibt lediglich ein Vorschlag von Herrn Oliver und stellt eher keinen konkreteren Plan der britischen Regierung dar. Aber ich bin natürlich bereit für die Herausforderung, wie ich durch mein persönliches Erscheinen in Herrn Olivers erfolgreicher US-Fernsehshow gezeigt habe, die anschließend einen „Emmy“ gewann - sicherlich mehr als ein Zufall, denken Sie nicht? Falls ich die Position des britischen Chefunterhändlers bekäme, wäre meine erste Handlung das, was David Davis (der britische Brexit-Minister, Anm. d. Redaktion) eindeutig versäumt hat: nämlich „Diplomatie für Anfänger“ zu lesen und sich nicht wie ein rüpelhafter, polternder, britischer Hanswurst zu benehmen. Ich denke, das wäre ein guter Anfang.

 

Immerhin hat Großbritannien eine Regierung. Wir in Deutschland suchen ja immer noch nach einer. Haben Sie einen Ratschlag für Angela Merkel?

Dass Großbritannien eine Regierung hat, stimmt nur soweit, wie der schiefe Turm von Pisa ein Meisterwerk der Ingenieurskunst ist. Mein Rat an Angela ist sehr einfach: Angela, du hast so viele Erdführer wie Bush, Blair, Berlusconi, Chirac und Obama überlebt, und du bist zweifelsohne die Führerin der freien Welt. Aber gönn' dir doch einfach mal einen längeren Urlaub und lass die idiotischen Männer die Sache ausbaden. Winston Churchill hat einmal etwas sehr Weises gesagt: „Entweder stirbst du als Held oder du lebst lange genug, um ein Bösewicht zu werden.“ Ich denke, das kommt von Churchill. Es könnte aber auch von Batman sein. Einer von beiden hat es jedenfalls gesagt.

 

Trump, Putin, Jong-un, Monsanto und Disney – wann sagen Sie Ihren Marionetten endlich, dass sie aufhören sollen, mit unserem Planeten herumzuspielen?

Ich muss betonen, dass ich nichts mit den oben genannten Personen zu tun habe (obwohl, falls Disney nach neuen Hauptdarstellern für Star Wars Episode IX sucht, bin ich offen für Angebote). Ich freue mich auch sehr, zu lesen, dass Deutschland gegen albtraumhafte Tyrannen ist, die dem Planeten verheerenden Schaden zufügen.

 

Zumindest bis vor Kurzem sah es so aus, als hätten wir aus der Geschichte gelernt. Noch was anderes, wenn Sie erlauben: Sind die bösartigen Gerüchte eigentlich wahr, dass Sie, Lord Buckethead, tatsächlich von mehreren Künstlern gespielt werden?

Nein.

 

Das dachten wir uns schon. Noch eine persönliche Frage: Wie alt sind Sie?

Das ist in der Tat ein bisschen persönlich. Ich ziehe es vor, mein Alter in Bezug auf Supernovae in meinem lokalen Supergalaxienhaufen zu zählen – so gesehen bin ich kürzlich drei geworden.

 

Was sind Ihre Pläne für 2018?

Den separatistischen Aufstand auf Sigma IX bezwingen, ein paar Laser verkaufen, die Weltmeisterschaft anschauen und chillen.

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