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Martin Sonneborn kommentiert die Raketenangriffe auf Syrien

98 Sekunden Rede vor dem EU-Parlament – und nichts steht mehr.
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    Foto: Patrick Seeger / dpa

Besonders viel Zeit wurde dem Europaabgeordneten Martin Sonneborn von der PARTEI vor dem EU-Parlament nicht zugestanden. Die Redezeit für Abgeordnete beläuft sich dort nämlich in der Regel auf etwa eine Minute. 

Offensichtlich Zeit genug für Satiriker Sonneborn, nicht nur einige Probleme Europas anzureißen, sondern auch mit verschiedensten Politikern und Organisationen abzurechnen. Denn es ging in seiner Rede zu den Raketenangriffen auf Syrien nicht nur darum, seinen Kollegen „aus Gründen“ klar zu machen, dass es ganz generell verboten sei, „Marschflugkörper in fremde Länder zu schießen“.  Es ging ihm offenbar auch darum, gezielt einigen Befürwortern der Raketenangriffe auf die Füße zu treten.

So griff er unter anderem Alexander Graf Lambsdorff an, der zuvor Angela Merkels Absage für eine Beteiligung Deutschlands an der Militäroperation in Syrien kritisiert hatte: „Lieber Graf, wenn Sie unbedingt in den Krieg ziehen wollen, niemand hindert Sie.“ Die Bundeswehr könne man dem Politiker allerdings nicht mitschicken. Die sei schließlich kaputt und könne höchstens „defektes Militärgerät auf Assads Palast abwerfen.“ So ein Leopard II-Panzer aus 8000 Metern Höhe knalle da aber sicher „ganz schön rein“.

Und natürlich lässt Sonneborn in einem Video, das er selbst mit dem Titel „Auf ein Wort, Monsieur Macron...“ auf Youtube und Facebook hochlud, auch den französischen Präsidenten, der gerade das EU-Parlament besuchte, nicht unbescholten davon kommen. So richtete er sich beispielsweise in Anspielung auf die französische Revolution an Emmanuel Macron: „Sie sollten wissen, dass das maßgebliche Erbe Ihrer Kultur die Aufklärung ist. Zuerst wird aufgeklärt, dann geschossen. Nicht umgekehrt! Wie wollen sie das vor Voltaire und Diderot rechtfertigen?“ 

In den sozialen Netzwerken wird er für seine Rede gefeiert. Nur sein letzter Satz kommt bei vielen wenig gut an. Man wirft ihm Chauvinismus vor, weil er auf den großen Altersunterschied des Präsidenten zu seiner älteren Frau anspielt: „Fragen Sie doch mal Ihre Frau. Die könnte mit beiden noch bekannt gewesen sein.“

lath

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