Die Welle in Margaret River ist weltberühmt. Allerdings auch für ihre Beliebtheit bei Haien.

Die Welle in Margaret River ist weltberühmt. Allerdings auch für ihre Beliebtheit bei Haien.

Dunbar / WSL

Was war das da für ein Schatten im Wasser, mitten in der Welle, keine fünf Meter entfernt vom amtierenden Surfweltmeister John John Florence, der am Freitag gerade seine Turns ins Wasser zog beim WM-Contest in Margaret River in Westaustralien?

Hai oder nicht Hai?

Hai oder nicht Hai?

Screenshot Youtube

Genau weiß man es nicht, ob es sich dabei um eine Plastiktüte oder einen Hai handelte. Sicherheit herrscht allerdings über ein paar andere Fakten. Erstens: Es hat am Montag zwei Angriffe durch einen weißen Hai in der Gegend des Surfcontests gegeben, gerade mal sechs Kilometer entfernt. Opfer waren zwei Freizeitsurfer, die zwar überlebten, aber schwere Beinverletzungen erlitten.

Zweitens: In Buchten in der Gegend sind in den vergangenen Wochen immer wieder Wale gestrandet – der Geruch der Kadaver lockt Haie an und macht sie aggressiv. Experten beobachteten deutlich mehr Haie als sonst in den Gewässern, die Tiere machten einen aggressiven Eindruck.

Diese Tatsachen reichten aus für eine Entscheidung, die es so in der Geschichte der World Surf League (WSL), eine Art Formel Eins des Surfens, noch nie gegeben hat: Die Verantwortlichen sagten den Contest am Mittwoch komplett ab.

„Haie gehören gelegentlich zur Realität von WSL-Wettbewerben dazu, und zum Surfen generell auch“, sagte WSL-Chefin Sophie Goldschmidt. „Aber die derzeitigen Umstände sind sehr ungewöhnlich und beunruhigend, und wir haben beschlossen, dass das erhöhte Risiko die Linie des Akzeptablen überschritten hat.“

Die Verantwortlichen hatten die Entscheidung vorher mit den Surfern diskutiert. Einige hatten zum Ausdruck gebracht, dass sie sich nicht sicher fühlen. Gabriel Medina, Weltmeister von 2014, sagte: „Ich fühle mich nicht wohl hier zu surfen oder zu trainieren. Es kann jederzeit auch einen von uns treffen.“

Die Entscheidung scheint den Verantwortlichen trotzdem nicht leicht gefallen zu sein. Immerhin warteten sie bis Mittwoch mit der Absage. Nach den Angriffen hatten sie zuerst eine Pause des Events angekündigt, wie es auch üblich ist, wenn Wind und Wellen nicht gut sind. Bei einigen Surfern war das auf Protest gestoßen. Der Brasilianer Italo Ferreira sagte, er stelle sich „schon die Frage, ob die Sicherheit der Athleten die höchste Priorität hat.“

Eine Event-Absage bedeutet Millionen unzufriedene Zuschauer weltweit, enttäuschte Sponsoren und ist nicht grade zuträglich für das Image der Region Westaustralien, die das Event auch immer für Marketing als Ferien- und Surfdestination nutzt.

Im Sommer 2015 hatte es bei einem WSL-Contest in Südafrika eine Haiattacke gegeben. Der Australier Mick Fanning wurde im Finale von einem Hai angegriffen, konnte sich jedoch wehren und wurde nicht verletzt.

che

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