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1500 bis 1800 Euro netto für die Verkäuferin am Weihnachtsmarkt

Michelle, 22, verkauft Lebkuchen, Zuckerwatte und gebrannte Mandeln – und kommt trotz der hektischen Adventszeit in Weihnachtsstimmung.
Von Viktoria Klimpfinger
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    Foto: Viktoria Klimpfinger / Collage: jetzt.de

Die Idee

Ursprünglich war ich Fitness-Trainerin, das mache ich aber nicht mehr. Eine Verwandte von mir ist Verkäuferin auf dem Wiener Christkindlmarkt und hat mir von diesem Job erzählt. Zufällig habe ich dann auch die Ausschreibung dafür im Netz gelesen. Also habe ich mich gleich beim österreichischen Süßigkeitenhersteller „Naschkatze“ beworben, der diesen Stand betreibt. Es ist zwar mein erstes Jahr, aber ich weiß jetzt schon, dass ich das definitiv länger machen will.

 

Der Arbeitsalltag

Wir arbeiten vom 17. November bis 26. Dezember hier und starten, sobald der Markt öffnet. Ich beginne meinen Arbeitstag in der Früh um 10 Uhr. Zuerst bekommen wir unsere Ware geliefert. Wir schichten sie erst mal ein, ordnen und putzen alles. Dann kommen eh schon die ersten Kunden und es geht ans Verkaufen. Es ist ein ganz normaler Arbeitstag wie für jeden anderen auch – wie bei einem 40-Stunden-Job im Einzelhandel.

 

Zwischendurch erledigen wir alles, was so anfällt: nachschichten, nachordnen, putzen. Vor allem die gebrannten Nüsse gehen super weg. Wir machen sie hier am Stand frisch. Je nach dem, wie viele gekauft werden, produzieren wir nach. Die Kunden freuen sich immer sehr darüber, besonders wenn die gebrannten Nüsse noch warm sind.

 

Die Motivation

Das Beste ist, wenn die Kunden sagen, dass ihnen unsere Ware schmeckt und sie wieder zu uns kommen. Es ist schön, dass wir Stammkunden haben, obwohl es ja ein Christkindlmarkt ist. Manche kommen sogar zweimal in der Woche. Super sind auch die Kinder, die ganz kleinen, wenn sie sich mit ihrem ersten eigenen Geld bei uns etwas kaufen.

 

Der Stress

Die Wochenenden sind schon stressig. Da gibt’s einen regelrechten Ansturm. Aber an den Tagen arbeiten auch mehrere Leute am Stand. Weil es ein großes Team ist und jeder seine Aufgaben hat, fällt die Hektik nicht so auf.

 

Natürlich gibt es Kunden, die besondere Wünsche haben. Wir versuchen, immer auf sie einzugehen. Der Kunde ist nun einmal König. Schwierige Kunden haben wir vielleicht einmal in zwei Wochen. Leute, die zu viel Punsch erwischt haben, sind mir hier am Stand aber noch nicht aufgefallen. Die bleiben wahrscheinlich lieber an den Punsch-Ständen stehen.

 

 

Das Privatleben

Ich kann meinen Job gut mit meinem Privatleben vereinbaren. Am Wochenende bin ich zu Hause, da arbeiten andere hier. Da wir uns am Stand oft abwechseln, geht sich bei mir alles gut aus.

 

Die Weihnachtsstimmung

Man kommt trotz allem noch in Weihnachtsstimmung. Zwar vielleicht ein bisschen später als andere, aber doch. Wir essen selbst auch bei anderen Ständen oder gehen mal einen Punsch trinken. Auch privat gehen wir manchmal auf Christkindlmärkte. Nur vielleicht nicht unbedingt auf den hier, weil wir den ja schon kennen.

 

Die Frage, die auf Partys immer gestellt wird

Die meisten nehmen’s nicht so ernst, wenn ich erzähle, dass ich am Christkindlmarkt verkaufe. Viele denken, das ist kein richtiger Job, wir haben hier nur Spaß und können kommen und gehen, wie wir wollen. Aber das stimmt nicht. Ich gehe jeden Tag in der Früh arbeiten und komme abends heim. Mir macht das Spaß und ich liebe es, aber es ist eben auch ein Job, und deshalb sollte man ihn ernst nehmen.

 

Leider dürfen die Verkäuferinnen und Verkäufer des Marktes nicht mit uns über ihr Gehalt sprechen. Andreas Zenker, Pressesprecher des Christkindlmarktes, gibt uns folgende Auskunft: Die Verkäuferinnen und Verkäufer verdienen durchschnittlich 1500 bis 1800 Euro netto, was in Österreich über dem Durchschnitt des Kollektivvertrags liegt. Die Bezahlung kann je nach Stand ein bisschen variieren.

 

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